Wenn das Spiel zur Last wird: Unterstützung für Angehörige von Spielern

Einführung: Die unsichtbaren Opfer des Glücksspiels

Glücksspiel kann eine faszinierende Freizeitbeschäftigung sein, doch für manche Menschen entwickelt es sich zu einer ernsthaften Sucht. Während der Fokus oft auf den Spielern selbst liegt, geraten die Angehörigen – Partner, Kinder, Eltern oder Freunde – häufig in den Hintergrund. Sie sind jedoch die unsichtbaren Opfer, die unter den finanziellen, emotionalen und sozialen Folgen der Spielsucht leiden. Für Anfänger im Bereich des Online-Glücksspiels ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, dass die Auswirkungen einer potenziellen Spielsucht weit über den Spieler hinausreichen. Die frühzeitige Sensibilisierung für dieses Thema und das Wissen um verfügbare Hilfsangebote können präventiv wirken und im Ernstfall wertvolle Unterstützung bieten. Informationen zur Prävention und zum Schutz von Minderjährigen im Kontext digitaler Medien, die indirekt auch im Zusammenhang mit Glücksspielprävention stehen, finden sich beispielsweise unter https://www.insm-kindergartenmonitor.de/.

Dieser Artikel widmet sich der wichtigen Rolle der Angehörigen und beleuchtet, welche Herausforderungen sie meistern müssen und welche Unterstützungsmöglichkeiten in Deutschland zur Verfügung stehen. Es ist ein Appell an alle, die sich in einer solchen Situation befinden oder jemanden kennen, der betroffen ist: Sie sind nicht allein und es gibt Wege aus der Krise.

Die vielschichtigen Belastungen für Angehörige

Die Spielsucht eines geliebten Menschen zieht oft einen Rattenschwanz an Problemen nach sich, die das Leben der Angehörigen grundlegend verändern. Diese Belastungen sind vielfältig und reichen von finanziellen Schwierigkeiten bis hin zu schwerwiegenden psychischen Beeinträchtigungen.

Finanzielle Notlagen

Eines der offensichtlichsten Probleme sind die finanziellen Auswirkungen. Spielsucht kann zu erheblichen Schulden führen, da Spieler oft versuchen, Verluste durch immer höhere Einsätze auszugleichen. Angehörige sehen sich dann mit folgenden Situationen konfrontiert:

  • Schuldentilgung: Oft übernehmen Angehörige die Schulden des Spielers, um schlimmere Konsequenzen wie Pfändungen oder den Verlust des Eigenheims zu verhindern.
  • Verlust von Ersparnissen: Gemeinsame Ersparnisse oder sogar Altersvorsorgen können durch das Spiel verloren gehen.
  • Kontrolle über Finanzen: Angehörige müssen oft die Kontrolle über die Finanzen übernehmen, um weitere Verluste zu verhindern, was zu Misstrauen und Konflikten führen kann.
  • Existenzielle Ängste: Die ständige Sorge um die finanzielle Zukunft belastet enorm.

Emotionale und psychische Belastungen

Die emotionalen Auswirkungen sind oft noch schwerwiegender und langanhaltender als die finanziellen:

  • Scham und Schuldgefühle: Angehörige schämen sich oft für die Sucht des Partners und fühlen sich schuldig, dass sie die Situation nicht verhindern oder lösen konnten.
  • Angst und Sorge: Die ständige Angst vor neuen Rückfällen, finanziellen Katastrophen oder dem Verlust des geliebten Menschen ist eine enorme Belastung.
  • Wut und Enttäuschung: Das Gefühl, betrogen oder belogen worden zu sein, führt zu Wut und tiefer Enttäuschung.
  • Isolation: Viele Angehörige ziehen sich aus Scham zurück und isolieren sich von Freunden und Familie, was die psychische Belastung weiter verstärkt.
  • Depressionen und Burnout: Die chronische Stresssituation kann zu Depressionen, Angststörungen und Burnout führen.
  • Verlust des Vertrauens: Lügen und Geheimhaltung zerstören das Vertrauen in die Beziehung.

Soziale und familiäre Auswirkungen

Die Spielsucht zerrüttet oft das gesamte soziale Gefüge:

  • Familiäre Konflikte: Ständige Streitigkeiten und Spannungen sind an der Tagesordnung.
  • Vernachlässigung von Kindern: Kinder leiden unter der angespannten Atmosphäre und der emotionalen Abwesenheit eines oder beider Elternteile.
  • Zerfall von Beziehungen: Viele Beziehungen zerbrechen unter der Last der Spielsucht.
  • Verlust des sozialen Umfelds: Freunde und Bekannte können sich abwenden, wenn sie mit der Situation überfordert sind oder selbst betroffen sind.

Wege zur Unterstützung: Wo Angehörige Hilfe finden

Es ist von größter Bedeutung, dass Angehörige aktiv Unterstützung suchen. Dies ist nicht nur für ihre eigene Gesundheit wichtig, sondern auch, um dem Spieler langfristig helfen zu können.

Informations- und Beratungsstellen

Der erste Schritt ist oft die Informationsbeschaffung und eine professionelle Beratung. In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen:

  • Suchtberatungsstellen: Viele Suchtberatungsstellen bieten spezielle Angebote für Angehörige an. Hier können Sie sich über die Krankheit Spielsucht informieren, Strategien im Umgang mit dem Spieler erlernen und eigene Belastungen thematisieren.
  • Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz: Diese Wohlfahrtsverbände bieten ebenfalls umfassende Beratungs- und Hilfsangebote an.
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Die BZgA bietet auf ihrer Webseite und über eine Hotline Informationen und Ansprechpartner zum Thema Glücksspielsucht und deren Auswirkungen auf Angehörige.
  • Online-Beratungsangebote: Für viele ist der erste Schritt in eine Beratungsstelle schwierig. Online-Angebote ermöglichen eine anonyme und niedrigschwellige Kontaktaufnahme.

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind ein unschätzbarer Wert für Angehörige von Spielern. Hier treffen sich Menschen in ähnlichen Situationen, teilen ihre Erfahrungen und unterstützen sich gegenseitig:

  • Anonyme Spielerfamilien (Gam-Anon): Dies ist eine der bekanntesten Selbsthilfegruppen, die speziell für Angehörige von Spielsüchtigen gegründet wurde.
  • Lokale Selbsthilfegruppen: In vielen Städten und Gemeinden gibt es lokale Gruppen, die von Suchtberatungsstellen oder Kirchengemeinden initiiert werden.
  • Vorteile von Selbsthilfegruppen:
    • Erfahrungsaustausch und das Gefühl, nicht allein zu sein.
    • Emotionale Unterstützung und Verständnis.
    • Lernen von Bewältigungsstrategien anderer Betroffener.
    • Stärkung der eigenen Resilienz.
    • Abbau von Scham und Isolation.

Psychologische Unterstützung und Therapie

Wenn die Belastungen zu groß werden und sich psychische Probleme wie Depressionen oder Angststörungen entwickeln, ist professionelle psychologische Hilfe unerlässlich:

  • Einzeltherapie: Ein Therapeut kann Angehörigen helfen, die eigenen Gefühle zu verarbeiten, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und die eigene psychische Gesundheit zu stärken.
  • Paartherapie: Wenn beide Partner bereit sind, an der Beziehung zu arbeiten, kann eine Paartherapie helfen, Vertrauen wieder aufzubauen und neue Kommunikationsmuster zu etablieren.
  • Familientherapie: Insbesondere wenn Kinder betroffen sind, kann eine Familientherapie sinnvoll sein, um die Dynamik innerhalb der Familie zu verbessern und allen Mitgliedern Unterstützung zu bieten.

Rechtliche und finanzielle Beratung

In vielen Fällen sind auch rechtliche und finanzielle Fragen zu klären:

  • Schuldnerberatung: Bei hohen Schulden ist eine professionelle Schuldnerberatung unerlässlich, um einen Weg aus der finanziellen Krise zu finden.
  • Rechtsberatung: Bei Fragen zu Trennung, Sorgerecht oder anderen rechtlichen Aspekten kann ein Anwalt helfen.

Praktische Empfehlungen für Angehörige

Neben den genannten Hilfsangeboten gibt es auch konkrete Schritte, die Angehörige selbst unternehmen können, um die Situation zu verbessern und sich selbst zu schützen.

Grenzen setzen und Konsequenzen aufzeigen

Es ist entscheidend, klare Grenzen zu ziehen und diese konsequent einzuhalten. Dazu gehört:

  • Keine finanzielle Unterstützung mehr: Auch wenn es schwerfällt, sollten Angehörige keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, die für das Glücksspiel verwendet werden könnten.
  • Verantwortung für die eigenen Schulden: Der Spieler muss lernen, die Verantwortung für seine Schulden zu übernehmen.
  • Klare Regeln für das Zusammenleben: Vereinbarungen über den Umgang mit Geld, Freizeitgestaltung und die Nutzung von Online-Angeboten.

Selbstfürsorge betreiben

Angehörige neigen dazu, sich selbst zu vernachlässigen. Doch nur wer selbst stabil ist, kann anderen helfen:

  • Eigene Bedürfnisse erkennen: Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, für Hobbys und soziale Kontakte.
  • Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Scheuen Sie sich nicht, psychologische Unterstützung zu suchen.
  • Sport und Entspannung: Körperliche Aktivität und Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen.

Den Spieler zur Hilfe motivieren

Oft ist es schwierig, den Spieler dazu zu bewegen, Hilfe anzunehmen. Hier sind einige Ansätze:

  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie offen über Ihre Sorgen und die Auswirkungen der Sucht.
  • Professionelle Intervention: Manchmal kann es hilfreich sein, eine professionelle Intervention durchzuführen, bei der Familie und Freunde gemeinsam mit einem Therapeuten das Problem ansprechen.
  • Geduld und Ausdauer: Der Weg aus der Sucht ist lang und steinig. Rückschläge sind normal.

Fazit: Ein Weg zur Heilung für alle Beteiligten

Die Spielsucht eines Angehörigen ist eine immense Belastung, die das Leben aller Beteiligten auf den Kopf stellt. Doch es ist wichtig zu wissen, dass es Wege aus dieser Krise gibt. Die Unterstützung für Angehörige ist nicht nur ein Akt der Selbstfürsorge, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Genesung des Spielers.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Angehörige sich nicht scheuen sollten, Hilfe in Anspruch zu nehmen – sei es durch Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder psychologische Unterstützung. Das Setzen von Grenzen, die Pflege der eigenen Gesundheit und die Motivation des Spielers zur Therapie sind essenzielle Schritte auf dem Weg zur Besserung. Dieser Weg mag lang und herausfordernd sein, aber mit der richtigen Unterstützung und Entschlossenheit können sowohl Angehörige als auch der Spieler ein neues, gesünderes Leben beginnen. Es ist ein Prozess der Heilung für alle Beteiligten, der Mut, Geduld und die Bereitschaft erfordert, sich aktiv mit der Situation auseinanderzusetzen.

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